Rede zur Verleihung des Fritz-Bauer-Preis 2003 von Dieter Schenk

Am 16. Juli 2003 ist Dieter Schenk von der Humanistischen Union
mit dem Fritz-Bauer-Preis 2003 ausgezeichnet worden. Der Preis ist
nach dem früheren Hessischen Generalstaatsanwalt benannt und belohnt
das Engagement für Demokratie und Bürgerrechte. In seiner Dankesrede
hebt Schenk die Bedeutung Bauers für seine eigene Entwicklung und
seine kritische Auseinandersetzung vor allem mit Polizei und Justiz in
Deutschland hervor. Die Frankfurter Rundschau dokumentiert die
Preis-Rede, der wir den obigen Satz entnommen haben, gehalten im
Frankfurter IG-Farben-Haus, im Wortlaut.

[...]Der Staat ist am besten durch wache und mutige Bürger geschützt,
die man nicht an jeder Straßenecke videoüberwacht, die man nicht mit SIMSI-Catchern
einfängt, deren Ferngespräche nicht im Schmutzbeutel eines elektronischen
Staubsaugers landen – Bürger, die nach dem Grundsatz in dubio pro libertate leben
können, wie es unsere – durch innenpolitische Hardliner gebeutelte – Verfassung
eigentlich vorsieht.

Fritz Bauer stellte bereits in den sechziger Jahren fest:
“In einer gefestigten Demokratie sind Maßnahmen des Staatsschutzes
überflüssig.” Demokraten der Tat sind gefragt. Solche, die Hierarchien
in der Polizeiorganisation beseitigen, welche starre – häufig erniedrigende -
Befehlsstrukturen hervorbringen und welche mit ihrem Beurteilungs(un)wesen ein
Geflecht gegenseitiger Abhängigkeit und einseitigen Wohlverhaltens schaffen.[...]

Der Artikel ist in der Frankfurter Rundschau erschienen.