Kameras helfen nicht – Aktion: Kölner lassen keinen allein?

Kameras können eine Tat nicht verhindern, nicht Eingreifen, niemanden aktiv
Beschützen und Täter können mit relativ einfachen Mitteln eine
Identifizierung deutlich erschweren. Emotionale Taten werden kaum
beeinflusst und Geplante wandern in umliegende Gebiete ab.

In Köln wählt man einen vielschichtigeren Ansatz.

Kölner lassen keinen allein. – Hinsehen. Handeln. Hilfe holen.

Mit einer Kampagne für mehr Zivilcourage kämpft die Polizei gemeinsam mit
der Stadt seit 1999 gegen das Wegsehen, die Gleichgültigkeit und Ignoranz:
die Bevölkerung wird zum aktiven Element.

“In einer Bürgerumfrage im darauffolgenden Jahr kannten bereits 80% der
Kölner die Kampagne”, freut sich Heike Afflerbach von der Polizei Köln
gegenüber der q/depesche. “Die Vielzahl der von den Kollegen eingereichten
Vorschläge für die Helferehrungen belegen, dass couragierte Menschen in
Köln – und das wird auf die Kampagne zurückgeführt – hinsehen, handeln und
Hilfe holen.”

Machen Sie lautstark auf die Situation aufmerksam.

Nicht Selbstjustiz ist gefragt, sondern 'Flagge zeigen', andere
Fahrgäste/Passanten mobilisieren, beherztes handeln, Hilfe holen und sich
als Zeuge zu Verfügung zu stellen. Spontan organisierte Reaktionen von
Fahrgästen und Passanten verändern die Situation für den Täter grundlegend.

“Es ist wichtig, selbst den ersten Schritt zu machen. Dies zeigt
Signalwirkung und erleichtert anderen den Schritt zur Mithilfe
(Vorbildfunktion). Sprechen Sie andere Personen gezielt an, z.B. Sie da mit
der roten Jacke, holen Sie den Fahrer, die Polizei, die Feuerwehr!”

Die Aktion wird seit dem immer weiter Ausgebaut: Zu den Plakaten, Postern,
Infomaterial, Veranstaltungen und Schildern mit Handlungsanweisungen kamen
Anfang 2005 zwei Straßenbahn-Garnituren hinzu.

Guck hin, schalt' Dich ein!

–> Kölner lassen keinen allein?

via q/depesche