Europarat verabschiedet Menschenrechtsdeklaration fürs Informationszeitalter

Grundprinzipien des Datenschutzes, der freien Meinungsäußerung und des offenen Informationszugangs sollen auch im Cyberspace gelten, doch Bürgerrechtlern geht die Erklärung nicht weit genug.

–> Die Erklärung (pdf, Englisch)
–> Die Meldung bei Telepolis

moderne Suchmaschinen: YaCy

YaCy ist eine Suchmaschine, die nicht zensiert werden kann, da ihre Ergebnisse nicht zentral, sondern verteilt in einem Peer-to-Peer-System gewonnen werden. Jeder Internetnutzer kann sich beteiligen, um die Zahl und Qualität der Ergenbisse zu verbessern.

Mehr Informationen (inklusive download der Peer-to-Peer-Clients) gibts unter: www.suma-lab.de/yacy oder in englisch unter www.yacy.net

moderne Suchmaschinen: Metager2

Der SuMa-eV (Gemeinnütziger Verein zur Förderung der Suchmaschinen-Technologie und des freien Wissenszugangs) hat eine neue Metasuchmaschine vorgestellt: Metager2.

Die Metasuchmaschine leitet den Suchbegriff an verschiedene andere Suchmaschine weiter und (das ist die Innovation) schaut sich nicht nur diese Ergebnisse an, sondern wertet auch die gefundenen Dokumente nochmal extra aus. Damit sollen die Ergebnisse im Vergleich zu den klassischen Suchmaschinen verbessert werden.

Kameras helfen nicht – Aktion: Kölner lassen keinen allein?

Kameras können eine Tat nicht verhindern, nicht Eingreifen, niemanden aktiv
Beschützen und Täter können mit relativ einfachen Mitteln eine
Identifizierung deutlich erschweren. Emotionale Taten werden kaum
beeinflusst und Geplante wandern in umliegende Gebiete ab.

In Köln wählt man einen vielschichtigeren Ansatz.

Kölner lassen keinen allein. – Hinsehen. Handeln. Hilfe holen.

Mit einer Kampagne für mehr Zivilcourage kämpft die Polizei gemeinsam mit
der Stadt seit 1999 gegen das Wegsehen, die Gleichgültigkeit und Ignoranz:
die Bevölkerung wird zum aktiven Element.

“In einer Bürgerumfrage im darauffolgenden Jahr kannten bereits 80% der
Kölner die Kampagne”, freut sich Heike Afflerbach von der Polizei Köln
gegenüber der q/depesche. “Die Vielzahl der von den Kollegen eingereichten
Vorschläge für die Helferehrungen belegen, dass couragierte Menschen in
Köln – und das wird auf die Kampagne zurückgeführt – hinsehen, handeln und
Hilfe holen.”

Machen Sie lautstark auf die Situation aufmerksam.

Nicht Selbstjustiz ist gefragt, sondern 'Flagge zeigen', andere
Fahrgäste/Passanten mobilisieren, beherztes handeln, Hilfe holen und sich
als Zeuge zu Verfügung zu stellen. Spontan organisierte Reaktionen von
Fahrgästen und Passanten verändern die Situation für den Täter grundlegend.

“Es ist wichtig, selbst den ersten Schritt zu machen. Dies zeigt
Signalwirkung und erleichtert anderen den Schritt zur Mithilfe
(Vorbildfunktion). Sprechen Sie andere Personen gezielt an, z.B. Sie da mit
der roten Jacke, holen Sie den Fahrer, die Polizei, die Feuerwehr!”

Die Aktion wird seit dem immer weiter Ausgebaut: Zu den Plakaten, Postern,
Infomaterial, Veranstaltungen und Schildern mit Handlungsanweisungen kamen
Anfang 2005 zwei Straßenbahn-Garnituren hinzu.

Guck hin, schalt' Dich ein!

–> Kölner lassen keinen allein?

via q/depesche

Demo gegen Bildungsklau in Erlangen

Am Donnerstag, 28. April 2005, findet findet in Erlangen eine Demonstration gegen die Pläne zur Einführung von Studiengebühren statt. Die Demo steht unter dem Motto “Stoppt Studiengebühren” und wird vom Asta der GSO-FH, dem AK gegen Bildungsklau, der evangelischen FH, dem DGB, der GEW und vielen anderen unterstützt.

Treffen für die gemeinsame Abfahrt aus Nürnberg ist um 12 Uhr im Asta oder um 12:20 am Infopoint in der Haupthalle des Nürnberger Hauptbahnhofs. Von da aus geht`s dann mit einer 15-minütigen Zug-Fahrt nach Erlangen.

Ziel der Demo soll es sein, machtvoll zu demonstrieren, dass wir Studenten nicht bereit sind, alles zu schlucken, was uns an unverdaulichen Vorschlägen zum Stopfen von Haushaltslöchern auf unsere Kosten vor die Füße geworfen wird. Die Demo soll so groß und entschlossen werden, dass die Öffentlichkeit nicht länger die Interessen der Studierenden ignorieren kann. Soziale Selektion und Bildung nach Einkommen der Eltern lehnen wir entschieden ab. Wenn Du das genauso siehst, dann komm am Donnerstag einfach mit.

–> www.bildungsklau.tk

Pressemeldung der ASTA der GSO-Nürnberg

Zitat

“Diejenigen, die essentielle Freiheiten aufgeben, um ein wenig
temporäre Sicherheit zu erhalten, verdienen weder Freiheit noch
Sicherheit.”
Benjamin Franklin

Anonym Surfen – Neues von JAP und AN.ON

Der Chaos Computer Club (CCC) betreibt seit kurzem einen eigenen
AN.ON-Server, der zusammen mit einem AN.ON-Server der Universität
Regensburg eine neue Anonymisierungskette bildet. Mit Hilfe des kostenlosen
Open-Source-Programms JAP kann sich jeder Internetsurfer mit dieser so
genannten “Mix-Kaskade” verbinden. Projektleiter Prof. Hannes Federrath von
der Universität Regensburg beschreibt die Leistungsfähigkeit des Systems:
“Die Nutzer von JAP sind vor der Beobachtung ihres Surfverhaltens durch
Dritte geschützt – sogar vor den beiden Betreibern der AN.ON-Server selbst,
solange wenigstens einer der eingebundenen AN.ON-Server vertrauenswürdig
ist.”

Die Durchsetzung des Rechts auf Anonymität ist das Ziel des vom
Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit geförderten Projektes “AN.ON
- Anonymität Online”. Der seit 2001 kostenlos angebotene AN.ON-Dienst ist
mittlerweile so bekannt, dass der Betrieb weiterer AN.ON-Server notwendig
wurde. Momentan hat der Benutzer vier Mix-Kaskaden zur Auswahl, weitere
Mix-Betreiber sollen in nächster Zeit hinzukommen. “Gerade im Hinblick auf
die Durchsetzung des Rechts auf Privatheit im Internet wird es immer
wichtiger, den Dienst auszuweiten und neue Betreiber für AN.ON zu
gewinnen,” sagt Dr. Thilo Weichert vom Unabhängigen Landeszentrum für
Datenschutz Schleswig-Holstein, das die juristische Begleitung des
Projektes übernommen hat.

–>Das AN.ON-Projekt
–>Unabhängiges Landeszentrum für Datenschutz Schleswig-Holstein
–>Der CCC-Mix
–>JAP und Strafverfolgung (Überwachung von Einzelverbindungen nach richterlicher Anordnung möglich)

Ziel des Terrors

Thomas Maron schrieb am Mittwoch in der Frankfurter Rundschau einen Kommentar über die immer weitere Aufweichung des Datenschutzes und kommt zu folgendem Schluss:

“Das zugrundeliegende Motiv für all diese Grundrechtseingriffe: ein tief greifendes Misstrauen gegenüber dem eigenen Volk. Ein Staat stellt jene unter Generalverdacht, denen er dienen sollte, denen er seine Legitimation dankt. Ein Triumpf des Terrors.”

–> Der Kommentar bei der FR
–> Der Artikel “Datenschützer nimmt Regierung ins Gebet”

Weisse Rose im Überwachungsstaat

Vor ein paar Tagen war ich bei einem Vortrag von Anneliese Knoop-Graf (der Schwester von Willi Graf), die einen Vortrag über Sophie Scholl hielt. Unter anderem berichtete sie darüber, wie Sophie Scholl die Flugblätter mit der Bahn in verschiedene andere Städte transportierte: “[...] das war in dem damaligen Überwachungsstaat sehr gefährlich [...]“.

Wenn man daran denkt, welche Mittel der Überwachungsstaat heute hat, könnte man ein etwas unwohles Gefühl bei der Überlegung bekommen, was damit im 3. Reich möglich gewesen wäre (die Weimarer Republik war übrigens auch eine Demokratie).

–> Informationen zu Anneliese Knoop-Graf

Pär Ström: “Privatsphäre ist wie Sauerstoff”

“Wir laufen Gefahr, ein Leben zu führen, in dem wir stets verängstigt sind, uns ständig selbst kontrollieren, ob unser Verhalten möglicherweise verdächtig wirken könnte. Die Menschen werden sich fragen: 'Wird es für meine Zukunft Konsequenzen haben, wenn ich zum Beispiel ein bestimmtes Buch kaufe, in einer bestimmten Gegend unterwegs bin, eine politische Website besuche und so weiter?' Das wird alle Menschen ängstlich machen.”

–> Pär Ström im ZDF aspekte Interview

via brunoe66