“Zustand des Freenet” Status Report von Ian Clarke

Das ist der Versuch einer Übersetzung des Freenet Statusberichts von Ian Clarke vom 18.2.2004:

Hi ihr, ich will nur jeden über das Geschehene auf das Laufende bringen und um Unterstützung bitten.

Die letzten paar Wochen waren sehr interessant. Seit ca. Juli 2003 hat sich die Performance von Freenet unerklärlicherweise verschlechtert; und seitdem versuchen wir herauszufinden warum dem so ist und wir versuchen eine Lösungen zu finden um seine vorherige gesunde Performance wieder herzustellen.

Letzten Endes entschieden wir, dass die wahrscheinlichste Erklärung einfach die Tatsache war, dass die Benutzer von Freenet mehr Anfragen in das System schickten, als es behandeln konnte. Das jeder Knoten der durch die Überladung arbeitsunfähig wurde nur noch die Last auf die anderen Knoten erhöhte resultierte in einer Endlosschleife; bis letzten Endes der Hauptteil der Nachrichten (oft über 95%), die über das Frrenet-Netzwerk verschickt wurden Knoten waren, die anderen Knoten von ihrer Überlastung erzählten.

Nachdem ein paar Versuche das Problem durch kleine Änderungen am existierenden Lastverteilung-Algorithmus zu lösen fehlschlugen, wurde uns schließlich klar, dass wir zu unseren ersten Prinzipien zurück mussten und eine Problemlösung ganz neu zu entwickeln.

Die Idee hinter dieser Lösung ist, dass, damit der Lastausgleichs-Algorithmus erfolgreich sein kann, er die Fähigkeit besitzen muss die Anzahl der Anfragen die das Netzwerk an einer Stelle betreten an der Quelle limitieren; und zwar muss die Anzahl der Anfragen auf ein Level reduziert werden, die das Netzwerk effizient behandeln kann.

The eventual solution involved nodes adaptively estimating how many
requests they can comfortably handle, their “request quota”, and then
intelligently allocating this quota to the nodes that want to send it
requests for data.

We devised an algorithm that could allocate this quota in such a way
that if a node wasn't using all of its quota, that this spare quota
could then be reallocated to other nodes that are more likely to use it.
This allows the total number of requests to remain under-quota, but
without being so-far under-quota that the nodes would be under-utilized.

A simple version of this algorithm was tested two weeks ago, and managed
to reduce the number of rejected requests from over 95% to less than 5%.
We have now implemented a more sophisticated version of the algorithm
and are in the process of testing and tweaking it, but early results are
very positive.

We believe that this “rate limiting” scheme might be so effective as to
have applications well beyond Freenet, and my intention is to write a
paper on the subject just as soon as we have gained sufficient
experience of how it operates in the real world. I think this
demonstrates that while the research nature of this project can
sometimes cause frustration when things don't quite go to plan, it also
allows us to develop and explore cutting-edge ideas that have
applications well beyond the specific goals of the Freenet project.

At the very core of the project's ability to maintain this momentum,
even when things aren't looking very rosy from the users' perspective,
is Matthew Toseland – the project's grossly underpaid and extremely
hardworking and talented full-time developer. Matthew asks for only
Ł850 per month, which is way below what he could earn as a commercial
software developer, and his full-time development efforts, in addition
to their direct effect, also serve as a catalyst for the contributions
of other volunteers.

Unfortunately, due to the recent poor performance, which we are now
hopefully climbing out of, we have been unable to do a formal release of
the Freenet software. We are now optimistic that, if rate limiting
continues to be as promising as it appears to be, we will be in a
position to release Freenet 0.6, the first major release in well over a
year.

The problem is that this is still 6 weeks away at an absolute minimum,
and as things stand right now, and despite the generous donations of
many Freenet users, the project is almost out of funds with which to
employ Matthew.

For this reason I am appealing to supporters of the project to, once
again, dig deep and if you can, make a contribution to the project in
the form of a Paypal donation, a Paypal subscription, or through E-Gold
if Paypal is not your cup of tea.

You can make a donation through the donations page on our website at:

http://freenetproject.org/index.php?page=donations

If, for whatever reason, you would like to make a donation through other
means, please contact me directly at ian-RdDMkVZAZeuJnvDnx1genLhSVCA9We0C@public.gmane.org

Many thanks,

Ian Clarke,
Coordinator, The Freenet Project.

futurezone: Abfuhr für “Fingerprint light” im Pass

Einfacher Abdruck untauglich für Datenbankabgleich | Unakzeptabel hohe Fehlerraten | Nur System mit zehn aufgerollten Fingerabdrücken funktioniert, sagt Innenministerium

Die Empfehlung der EU-Kommission an den EU-Ministerrat, nur ein
elektronisches Foto in Europas Pässe verpflichtend aufzunehmen, während die
Integration von Fingerabdrücken nicht verpflichtend werden soll, hat einen
einfachen, praktischen Grund.

Zwei Finger flach aufgelegt und elektronisch eingescannt taugten nur zum
“Eins zu eins”-Vergleich von Fingerabdrücken, sagte Heinrich Pawlicek,
Leiter des Passamts im österreichischen Innenministerium, zur futurezone.
Das haben auch die praktischen Erfahrungen mit dem “US-VISIT”-Programm in
den USA der letzten Monate gezeigt.

Das heißt: Ein auf dem Chip im Reisepass gespeichertes Fingerabdruck-Bild
kann bei der Einreise zwar problemlos zur eindeutigen Identifizierung
verwendet werden, ein Datenbankabgleich führt aber unweigerlich zu
unakzeptabel hohen Fehlerraten.

Diese Methode, genannt “one to one” kann entweder durch Augenabgleich der
Abdrücke praktiziert werden – der Beamte vergleicht beide auf einemBildschirm quasi manuell.

 

Die Fehlerrate des Systems
Im anderen Fall werden beide Abdrücke nach irgendeiner der zahlreichen
Methoden eingelesen, individuelle Merkmale vom Verlauf der Abdruckslinien
werden dabei herausgenommen und in eine Zahlenreihe umgewandelt.

via q/depesche by Harkank

—> Kompletter Artikel bei futurezone.orf

“Mautbrücken sofort demontieren”

Presseerklärung vom 17.02.2004

Nach TollCollect-Kündigung fordern Bürgerrechtsorganisationen:
“Mautbrücken sofort demontieren”

Anlässlich des Bekanntwerdens des Scheiterns der Einigungsversuche
zwischen der LKW-Maut-Firma TollCollect und dem
Bundesverkehrsministerium erklären die Bürgerrechtsorganisationen Chaos
Computer Club (CCC), Deutsche Vereinigung für Datenschutz (DVD), Verein
zur Förderung des öffentlichen bewegten und unbewegten Datenverkehrs
(FoeBuD), Forum InformatikerInnen für Frieden und gesellschaftliche
Verantwortung (FIfF) und Humanistische Union (HU):

“Aus Datenschutzsicht kann ein Scheitern der TollCollect-Pläne nur
begrüßt werden. Die Infrastruktur zur Überwachung des Straßenverkehrs
würde nicht weiter ausgebaut. Doch eignen sich auch die Überreste des
gescheiterten LKW-Maut-Systems bestens zur Erfassung des gesamten
Verkehrs auf deutschen Autobahnen. Nach dem Wirksamwerden der von
Verkehrsminister Stolpe ausgesprochenen Vertragskündigung mit Toll
Collect können die Innenministerien der Länder ein starkes Interesse
haben an der Übernahme der 300 auf deutschen Autobahnen installierten
Kontrollbrücken.

Die mit Kameras und Kennzeichenerkennung ausgestatteten
Brücken der Firma Vitronic waren zur Erfassung von
Maut-Prellern, also LKWs, die ohne On-Board-Unit und ohne manuelle
Einbuchung auf der Autobahn unterwegs sind, gedacht. Dieses System
erfasst technisch – entgegen der ursprünglichen Ausschreibung – die
vorbeifahrenden Kraftfahrzeuge einschließlich aller PKW. Aus den
Bildern werden durch eine sehr schnelle Schrifterkennung die
Autokennzeichen aller Fahrzeuge extrahiert.

Die Innenministerkonferenz hat bereits Ende 2003 erwogen, in den Ländern
die gesetzlichen Grundlagen für eine Kontrolle des gesamten
Fahrzeugverkehrs zu schaffen, inclusive der Befugnis zum Abgleich mit
der Kfz-Fahndungsdatei oder zur Durchführung von Routinekontrollen.
Entsprechende Experimente in Bayern und Thüringen sind schon
“erfolgreich” abgeschlossen worden. Einige Länder bereiten konkret die
Schaffung solcher Gesetze vor. Das Recht auf freie unbeobachtete
Nutzung von Verkehrswegen würde dadurch in verfassungswidriger Weise
eingeschränkt.

Um eine derartige Nutzung der Mautbrücken auszuschließen, müssen diese
umgehend demontiert werden. Dazu fordern wir auf.”

  • Frank Rosengart für den Chaos Computer Club (CCC)
  • Thilo Weichert für die Deutsche Vereinigung für Datenschutz (DVD)
  • Rena Tangens und padeluun für den FoeBuD e.V.
  • Werner Hülsmann für das Forum InformatikerInnen für Frieden und
    gesellschaftliche Verantwortung (FIfF)
  • Nils Leopold für die Humanistische Union (HU)

Danke an Alp für den Reminder; Und ich weiß, dass ich es hier etwas spät veröffentliche, kommt davon, wenn man seine Wochenenden beim Skifahren anstatt vor dem Computer verbringt ;-)

TP: Ende des Internet? – Essay

John Walker (das ist doch ein Pseudonym, oder?), 02.02.2004

Wie der “Große Bruder” und die “Großen Medien” den Internet-Geist wieder in seine Flasche einsperren könnten

“In den letzten zwei Jahren hat sich bei mir eine zunehmend pessimistische Sicht entwickelt, wenn es um die Zukunft von Freiheit und Meinungsfreiheit geht, insbesondere im Zusammenhang mit dem Internet. Dies ist eine völlige Umkehr von dem fast grenzenlosen Optimismus, den ich zwischen 1994 und 1999 fühlte. In dieser Zeit wuchs und gedieh der öffentliche Zugang zum Internet, innovative neue Formen der Kommunikationen tauchten kurz hintereinander auf. In dieser Epoche war ich völlig davon überzeugt, dass der universale Zugang zum Internet eine Waffe war, die die Zentralisierung und Konzentration der Regierungen und der Massenmedien, welche weiterhin die Meinungsfreiheit und den unbegrenzten Zugang zu Informationen einschränken wollten, ausgleichen würde. Zudem könnte das Internet, würde man es vernünftig nutzen, sogar die gemeinsam von Regierungen und Massenmedien betriebenen Einschränkungen der persönlichen Freiheit verhindern, indem Information durch das Internet hinter die Barrieren gelangt, welche totalitäre und autoritäre Regime um die Torwächter der Mainstreammedien errichtet hatten.”

[...]

“Der Trend scheint klar zu sein: innerhalb der nächsten fünf bis zehn Jahre werden wir sehen, wie der “Flaschengeist Internet wieder in seine Flasche zurückgezwungen werden soll”, um die traditionelle Rollenverteilung (Produzent/Konsument, Regierung/Individuum) wiederherzustellen , die das Internet unterbrochen hatte.”

“Technologien, die entweder bereits existieren oder aber zur Zeit vervollständigt werden, können, sofern großflächig eingesetzt, das klassische Produzent/Konsument Modell im Internet etablieren und somit jene zentrale Kontrolle wiederbringen, die die traditionellen Medien und die Regierungen durch das Internet in Gefahr sahen. Jede dieser erforderlichen Technologien kann dadurch begründet werden, dass sie akute Probleme des derzeitigen Internet löst. Es ist damit zu rechnen, dass sie als diese “Lösung” auch beworben und etabliert wird.”

Das komplette Essay bei TelePolis:
–> (1) Ende des Internet?
–> (2) Der durch Firewalls abgeschirmte Konsument
–> (2b) Das Internet: Ein historischer Fehler
–> (3) Zertifikate und Trusted Computing
–> (4) Micropayment

Warum RFID böse ist

Radio Frequency Identification (RFID) heißt übersetzt Indentifikation über Funk und ist ein System, um im Nahbereich Daten aus einem passiven Sender-Chip auszulesen und diesen zu beschreiben. Dieser Sender benötigt keine Stromversorgung (er wird vom Empfänger versorgt) und besteht aus einem kleinen Chip mit viel Antenne dran. Er kann viele Formen haben, meist wird er als eine Art Aufkleber oder Plastikkarte auftauchen.

Das System wird schon seit längerem zum Diebstahlschutz zum Beispiel in Biblitheken oder Kaufhäusern verwendet. Allerdings wird dort bis jetzt nur ein Bit Information (Diebstahlschutz an oder aus) übertragen.

RFID hingegen kann mehr Daten speichern, vorallem eine weltweit eindeutige Nummer.

Was macht das ganze Böse

Metro, Usertracking, Unterhose,

quintessenz

quintessenz ist ein Verein der sich die Wiederherstellung aller Bürgerrechte, die mit technischen Mitteln inzwischen aufgehoben wurden, auf die Fahne geschrieben hat.

Er gibt dazu die q/depesche heraus, ein freier Newsletter zu den Themen elektronische Überwachung, Zensur, Copyright und Copyleft und Anverwandtem.

Daneben betreiben er Informations-Kampagnen zu Gesetzesvorhaben und Abkommen der EU, des Europarats oder G8, welche die freie Meinungsäußerung, das Recht auf Privatsphäre und andere Freiheiten beeinträchtigen könnten.

Und er ist Mitveranstalter des Big Brother Awards Austria (quintessenz hat seinen Sitz nämlich in Österreich, was aber gar nicht so schlimm ist).

–> quintessenz.at
–> für q/depesche anmelden
–> RSS Newsfeed
–> BigBrotherAwards Österreich

Forschungsprojekt zu Videoüberwachung

Das DFG-Forschungsprojekt, am Institut für kriminologische Sozialforschung der Universität Hamburg, zu “Stadt, Raum, Überwachung? beschäftigt sich mit Videoüberwachung (CCTV) und räumlicher Wahrnehmung in Hamburg und Nordirland.

Aus dem Abstract: “Werden diese Technologien im Zusammenhang mit der Sicherheit und Überwachung des öffentlichen und privaten Raumes eingesetzt, können sich Verschiebungen der Wahrnehmung von sozialen Prozessen sowie von bestimmten, besonders beobachteten Gruppen ergeben. Ausgrenzungen und Stigmatisierungen entlang kultureller / ethnischer Identitäten und Merkmale sind die Folge. Überwachungs- und Informationstechnologien tragen insofern zur Veränderung kognitiver Kartierungen der Umwelt und gesellschaftlicher Verhältnisse bei.”

–> Zur Webseite des Forschungsprojekts

TP: “Die Kameras stören mich nicht!”

von Nils Zurawski am 20.01.2004

Ein Artikel über zur Forschung über die Wirkungen von Kameraüberwachung. Sehr interessant ist auch die Beschreibung der Probleme bei dem Einsatz der Überwachung.

Aus dem Artikel:

In diesen Tagen steht in Schweden der Mörder von Anna Lindh vor Gericht. Überführt wurde er anhand von Kamerabildern, die das Kaufhaus überwachen, in dem der Mord geschah. Anna Lindt hat das nichts mehr genutzt. Und dass zuerst ein anderer Mann über Wochen verdächtigt wurde und von den Medien und der Öffentlichkeit quasi verurteilt wurde – nur anhand von Bildern eben jener Kameras – ist schon fast vergessen.

[...] Dennoch bleibt die Frage, wie nützlich diese Kameras tatsächlich sind, die von den privaten Betreibern in zahllosen Kaufhäusern, Shopping-Malls, Bahnhöfen in Deutschland und europaweit installiert werden? Und es bleibt die Frage, wem sie nutzen? Offensichtlich sind sie überzeugend genug, dass auch hierzulande vielerorts kommunale Amtsträger diese Technologie für eine Allzweckwaffe im Kampf gegen die anscheinend endemisch gestiegene Kriminalität einsetzen wollen.

[...] Dort zeigte Martin Gill auch sehr anschaulich, was die Täter selbst – Ladendiebe, Taschendiebe, Räuber – von den Kameras halten und wie sie praktisch damit umgehen. Die Aussagen der Befragten waren ebenso deutlich wie desillusionierend: “Kameras stören uns nicht. Wir müssen sowieso aufpassen, dass uns keiner sieht – ein Auge mehr oder weniger spielt dabei keine Rolle.” Dass bedeutet jedoch, dass die Kameras nicht abschreckend auf die Täter wirken – und damit zu einem großen Teil einfach nutzlos sind.

–Zitate Ende–

Der Artikel kommt zum Schluss, dass diese und andere vorgestellte Forschungen darauf hin deuten, dass die Kameras alleine selten den gewünschten Effekt bringen – nämlich Kriminalität zu verhindern; dafür aber eine Reihe von Fragen aufwerfen.

–> kompletter Artikel bei Telepolis

FAQ: Anonymität im Internet

des Unabhängigen Landeszentrum für Datenschutz in Schlesweig-Holstein.

Die FAQ hat folgende Themen:

  • Was ist Anonymität im Internet?
  • Besteht ein Recht auf Anonymität im Internet und wo ist es verankert?
  • Was ist ein Anonymisierer?
  • Woher bekommt man Informationen über Anonymisierer im Internet und wie kann man sie nutzen?
  • Was versteht man unter Pseudonymität und Pseudonymen?
  • Was ist der JAP?
  • Was ist ein Mix?

vom 1. Dezember 2000

–> Die ganze FAQ “Anonymität im Internet”

FoeBuD e.V.

Der FoeBuD aus Bielefeld heißt mit ganzem Namen “Verein zur Förderung des öffentlichen bewegten und unbewegten Datenverkehrs e.V.” er richtet sich Linie an Menschen vor dem Computer: Technikinteressierte sind hier ebenso vertreten wie Menschen, die sich in den Bereichen Politik, Umwelt oder Menschenrechte engagieren.

Jeden Monat veranstalter FoeBuD ““PUBLIC DOMAIN” mit Vorträgen und Aktionen zu Themen aus dem Bereich Zukunft und Technik, Wissenschaft und Politik, Kunst und Kultur (z.B. “RFID-Einsatz in den USA” oder “Sinn und Unsinn von Biometrischen Sytemen”)

Außerdem organisiert der FoeBuD e.V. die Verleihung der BigBrotherAwards Deutschland.

–> FoeBuD e.V.
–> Texte zu RFID
–> BigBrotherAwards